Die Luft kann bei höheren Temperaturen mehr Wasser aufnehmen. Die meisten Geräte zeigen nur die relative Luftfeuchtigkeit an bezogen auf die jeweilige Temperatur. Wenn ich also 70% Luftfeuchtigkeit innen im 21 Grad Raum habe und 70% Luftfeuchtigkeit außen bei 10 Grad habe, dann habe ich innen 12,82 g/m3 und außen 6,58 g/m3 absolute Luftfeuchtigkeit. Außen ist geringer als innen, daher kann ich mit Lüften die Feuchtigkeit innen runterbringen. Man kann also nur mit Vergleich der absoluten Luftfeuchtigkeit etwas anfangen. Ein reiner Vergleich der relativen Luftfeuchtigkeit bringt leider nichts.
Funktionswertermittlung über das Mollier-HX-Diagramm oder die Kirche doch besser im Dorf lassen?
Die relative Luftfeuchte ist die in Innenräumen maßgebliche baubiologische Kennzahl. Sollte sich zwischen 40 und 60 % bewegen. Ab 70% ist das Öffnen von Fenstern ernsthaft in Betracht zu ziehen. Ich weiß nicht, was Du da in unseren Breitengraden vergleichen willst - es sei denn, Du wohnst als Troglodyt in Äquatornähe. Hierzulande ist es zumeist draußen kälter als drinnen. Ausnahmen bestätigen diese Regel - daß man aber Kellerräume nicht im Sommer, sondern in der kalten Jahreszeit trockenlüftet sagt der gesunde hausmeisterliche Menschenverstand.
Ansonsten kann es Dir egal sein, ob das Wassermolekül beim Luftwechsel nach außen dort bitter frierend als Kondensat seinen Aggregatzustand wechselt, weil die kalte Luft dort bereits gesättigt ist oder von ebendieser Luft als Dampf jenseits des Taupunktes noch geradeso gehalten wird. Es ist raus aus der Bude und die dafür eingewechselte kalte Luft hat weniger Wasser im Gepäck.
Wenn es nun ausnahmsweise im Sommer draußen mal sauschwül und innen dauerhaft kalt sein sollte, läuft sicher eine Klimaanlage, welche ganz zwangsläufig (und im Meßwert absolut) die Innenluft entfeuchtet. Daher haben die Dinger auch einen Kondensat-Ablauf. Für die Erkenntnis, daß man einen klimatisierten Raum geschlossen hält, wäre wieder der gesunde Menschenverstand (ganz ohne Heimautomation) ausreichend.
Abgesehen davon gibt es noch weitere Kriterien für die Notwendigkeit des Austausches der Wohngase. Wenn es in einem Schlafzimmer nach einer wunderbar durchvögelten Nacht wie in einem ein Pumakäfig riecht, verzichtet die glücklich dreinblickende Hausfrau sicher nicht auf eine exzessive Lüftung, nur weil die Hue-Lampe das Öffnen der Fenster - in Sachen Außenluftfeuchte - gerade als kontraindiziert anzeigt.
Also sprach Michail Timofejewitsch Kalaschnikow: "Alles zu Komplizierte ist unnötig und das Notwendige ist einfach."