Lieber Thomas
Während Du noch planst, bin ich schon mittendrin.
Als wir vor 8 Jahren neu gebaut haben, hatten wir dieselbe Ausgangslage. Du wirst mit Deiner Frage in diesem Forum hier aber (nur) gewisse vorgeprägte Antworten erhalten. So wie vermutlich in anderen Foren auch, je nach Themenschwerpunkt.
Die "most mature solution" für Smart Home dürfte, meiner Meinung nach, auf KNX-Elektrokomponenten basieren. Hier ist man weit entfernt von "kann immer irgendwie rumspinnen". Jahrzehntelang erprobt und eingesetzt, sowohl in Industrie-/Gewerbe als auch in Wohnbauten. Es führt zu weit, das hier weiter zu beschreiben, nur so viel: Die Verkabelung der einzelnen Komponenten ist weitestgehend konventionell, also keine Mehrkosten dort. Nur die Aktorten sind einen Tick teurer. Nennenswerte Mehrkosten entstehen eigentlich nur durch die Programmierung der Komponenten, da sie mit/durch Adressen gesteuert werden. Sensoren können in Reihe nacheinander verkebelt werden - als am Strang, wo normalerweise ein Schalter ist, hängt noch ein Bewegungsmelder, ein Temp.sensor usw. Und das kann sich laufend entwickeln, Du musst also nicht von vornherein sagen, was wo angeschlossen sein muss.
Funk sehe ich persönlich als Ergänzung. Möchte ich einen Zustand erreichen, an den ich vorher nicht gedacht habe. Beispiel: Auf unserer Terrasse haben wir jede Menge Steckdosen. Nicht alle sind geschaltet. Heute werden die schaltbaren Steckdosen für die Weihnachtsbeleuchtung gebraucht. Im Nachhinein stellen meine Frau und ich fest, dass es doch schön wäre, bestimmte Pflanzen abends mit Spotlights in Szene zu setzen. Also haben wir Hues mit Zigbee-Schaltmöglichkeit eingesetzt, die tages- und uhrzeitabhängig automatisch durch HomeKit geschaletet werden. Nächstes Beispiel: An einer geschalteten Steckdose hängt eine dimmbare Stehleuchte. Nur leider ist die Steckdose nicht dimmbar. Also haben wir sie nachträglich auf "Dauer-An" gestellt und die Schaltung/Dimmung erfolgt nun durch einen Funk-Dimmer. Usw.
HomeKit wiederum übernimmt die Visualisierung, die graphische Darstellung, die Steuerung und Automatisierung. Das ist nix gefrickelt - es funktioniert einfach. Inkl. Zugang zum Haus. Gerade erst habe ich die Garage nachträglich per Shelly eingebunden. Die Tür wird per Fingerprint geöffnet, kann aber auch aus der Ferne manuell entriegelt werden.
Mit dem "Backbone" KNX habe ich noch nie Probleme gehabt und erwarte da auch keine. HomeKit (via Homebridge sind alle Komponenten eingebunden) ist da bisweilen etwas experimenteller.
Wenn Du Bereitschaft hast, Dich damit technisch und zeitlich auseinanderzusetzen - was ich Smart Home Ansprüchen grundsätzlich voraussetzen würde - sind Deiner Fantasie kaum Grenzen gesetzt.
Um noch Deine konkreten Fragen zu beantworten:
Ja, auch ich hasse diese "Schalterbatterien". Wir haben so wenig wie möglich. Pro Zimmer haben wir einen "Schalter", der alles steuert innerhalb eines Raumes steuern kann (MDT Glastaster II). Zusätzlich in den meisten Räumen BWM bzw. Präsenzmelder.
Also JA, alles darstellbar, was Du da vorhast. Und eine sehr schöne, komfortable Lösung. mit Ausbaupotenzial für die Zukunft.
Es setzt aber voraus, dass Du Dich jetzt sehr schnell mit den Anforderungen auseinandersetzen musst, Stichwort Lastenheft. Der Elektriker muss wissen, wo wie welche Kabelkanäle zu ziehen sind. Wenn Dich das alles weiter interessiert, schau mal ins knx-user-forum. Ich empfehle dringend einen KNX-Berater, der mit Dir die Anforderungen durchgeht und das Lastenheft letztlich für den Elektriker schreibt.