Du sprichst von einem hässlichen Tastendruckgefühlt, kritisierst Touchbedienflächen und brauchst gleichzeitig die Haptik eines Retroschalters. Passt nicht ganz, oder?
Anyway, genau dafür, um nicht genau hinschauen zu müssen oder wenn der Nachwuchs (muss man mittlerweile eigentlich gendergerecht auch die Nachwuchs sagen?) nicht den Selbstzerstörungsmodus aktivieren sollte, gibt es die "Patschfunktion". Einfach auf die Gesamtfläche "patschen" und die definierte Funktion wird ausgeführt. Wenn Du eine gewisse Anzahl von zu steuernden Verbrauchern übersteigst, wirst Du bei konventioneller Verkabelung Schalterbatterien an die Wand nageln müssen. Das liegt einfach in der Natur der Sache. Und daher wirst Du auch mit der Touchoberfläche die Konzession der Haptik gezwungenermassen eingehen müssen. Nicht smart? Finde ich jetzt nicht, denn die manuelle Steuerung in gewissen Situationen wirst Du immer brauchen.
Von daher finde ich sschuste's Gedanke mit der lernenden Logik, der AI, abslut folgerichtig und konsequent. Noch sind wir nicht so weit. Momentan ist, egal welche Technologie im Smarthome steckt, alles noch das klassische Wenn/Dann, festgelegte Routien usw. Apple hatte damals einen gewissen (erbärmlichen) Weg zu mehr AI eingeschlagen, in dem sie Siri haben lernen lassen, was der HomeKit-User so schaltet und fing dann an, die Schaltflächen im Controlcenter dynamisch ein-/auszublenden. Daraus ist aber bekanntlich nix geworden.
JA, man kann unterschiedlicher Meinung sein und nochmal, beide Technologien funktionieren. Wenn aber jemand fragt, was in einem Neubau (und auch noch in Verbindung mit HomeKit) machen, wo noch keine Altlasten bestehen, Hue & Co zu empfehlen ist schlichtweg falsch. Hue & Co sind nicht für die Erstausrüstung konzipiert sondern Ergänzungen, retro fits. Du kannst mit Hue & Co gewisse Funktionen gar nicht darstellen. Was ist denn mit dem Windmesser, der bei Sturmwarnung die Storen steuert? Oder der Regensensor, der bei Regen eingreift?
Manche meiner Argumente ziehen nicht? Du bringst gerade Beispiele, Dampf, die Deine Thesen nicht unterstützen. Ja genau, jede Lampe kann (im retro fit!) smart gemacht werden. Warum sollte ich mich im Neubau (!) auf solche Basteleien einlassen? Ich plane von vornherein smart und lehne mich danach völlig entspannt zurück. Wenn ich dann später feststelle, dass noch etwas fehlt, dann greife ich auf die Ergänzungen zurück.
Ich weiss, das ist schwer für solche Personen zu verstehen, die ausschliesslich die retro fit Situation kennen. Und mal hier und da etwas versmarten wollen. Die Personen, die auf der grünen Wiese starten können, haben ganz andere Möglichkeiten.
Das Kernargument der Hue & Co Vertreter sind im Normalfall die Kosten. Und das ist definitiv ein Argument für Bestandsinstallationen. Es macht ökonomisch einfach keinen Sinn alles herauszureissen und zu ersetzen. Daher sind auch Hue & Co so gross geworden. In modernen bzw. Neubauten sieht die Sache anders aus. Meine Mehrkosten sind einzig und allein darauf zurückführen gewesen, dass ich viel mehr hab einbauen lassen, als ursprünglich vorgesehen. Vielleicht 'n Tick mehr, kann sein. Wenn ich mir aber im Nachhinein vorstelle für ~200 Geräte Shelly zu verbauen, summiert sich das auch mal eben auf 2,000 (reine Hardware) - für eine Bastellösung wohlgemerkt. HomeKit-Stecker sind nochmal teurer, Hues dito.
Und noch einmal ein JA, dass ich von KNX unter bestimmten Voraussetzungen überzeugt bin. Aber eben, die Voraussetzungen müssen erfüllt sein. In einem Altbau, in dem keine Sanierung vorgesehen ist, macht es ökonomisch keinen Sinn. Möchte jemand "die eine Lampe da" smart machen, ist KNX völlig übertrieben. Plant jemand einen Neubau und möchte ein vollständig smartes home, in dem alle Geräte miteinander sprechen können und legt Wert auf Ästhetik, ist KNX goldrichtig. Bei Personen oder Bausituationen dazwischen "kommt es darauf an".
Sorry, dass ich da so beharrlich gegen den Strom schwimme und ich bin völlig entspannt, wenn Ihr anderer Meinung seid. Jeder entscheidet für sich selbst. Nur wenn jemand kommt und fragt "Was gibt es denn so für Gedanken in einem Neubau?", dann müssen auch kontroverse Meinungen erlaubt sein. Und jemand der noch nicht einmal Leerrohre in seinen Gedanken berücksichtigt hat, demonstriert ganz gefährliche Unwissenheit oder bestenfalls, sich gerade einmal anfängt über die Elektroplanung Gedanken zu machen. Wie auch immer, ich habe meine Meinung für Max1411 nur kundgetan, um den Fokus zu erweitern, Diskussion zu ermöglichen und ihn uU vor späterem Schaden zu bewahren. Das ist es, wofür bei mir ein Diskussionsforum da ist. Was er mit den Infos macht, ist mir völlig egal. 
